Erinnerungen an Amerika – Brauche ich wirklich ein Auto?

Als ich 2002 für ein Jahr nach Amerika gegangen bin, wurde ich von meiner Austausch Organisation darauf vorbereitet, dass man mit 100%er Wahrscheinlichkeit in Amerika ein Auto brauchen würde.

Ich nahm das zur Kenntniss, konnte mir jedoch, bis ich an meinem USA Heimatort ankam, nicht vorstellen, dass es wirklich notwendig sein würde.

Die ersten zwei Wochen, konnte ich bei meiner Gastfamilie im Auto mitfahren.

Ich überlegte mir, ob ich mir nicht stattdessen ein Fahrrad zulegen sollte, um z.B. die Strecke zu meinem College zurückzulegen.

Ich wurde jedoch sehr bald eines besseren belehrt.

Schaumburg, der Vorort von Chicago, wo ich ein Jahr verbrachte, ist aufgebaut wie viele andere Amerikanische Städte auch.

Die Straßen sind im rechten Winkel angeordnet und führen von Norden nach Süden und von Osten nach Westen.

Bevor das College losging, wollte ich nochmal die Bücherei oder ein paar Geschäfte besuchen, die mir meine Gastfamilie gezeigt hatte.

Also machte ich mich zu Fuss auf den Weg. Es war mitte August und im Chicago Bereich hatte es herrliche 28-30 Grad, mit leichter Luftfeuchtigkeit.

Es war ein richtig schön milder Sommer.

Ich ging und ging und ging.

Plötzlich erfuhr ich am eigenen Leibe, wie Groß und weitläufig dieser Vorort von Chicago allein war.

Ich hatte die Dimensionen unterschätzt.

Verschwitzt und verstaubt kam ich schließlich bei dem Laden an, den ich gesucht hatte. Auf dem Weg, den ich auf 30 Minuten Spaziergang eingeschätzt hatte, war ich in wirklichkeit 2 Stunden unterwegs.

Ich war der einzige Fussgänger auf dem Weg. Radlfahrer ist mir keiner begegnet.

Plötzlich wusste ich, dass ich allein für die einfachsten Besorgungen ein Auto werde brauchen müssen.

Ich war baff.

Die Dimensionen dieses Landes waren größer und weiter, als ich es erwartet hatte.

Auch hatte ich kalkuliert, meine Ersparnisse noch für andere nötige Anschaffungen zurückzuhalten.

Ich wurde also eines Besseren belehrt.

Das College sollte Anfang September Anfangen und es war mehrere Meilen von meinem Wohnort entfernt.

Und auf dieser Fläche gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel.

Ich musste mir also ein Auto kaufen.

Ich war 23 Jahre alt und hatte das bisher noch nie gemacht.

Also stand ich vor meiner ersten Amerikanischen Herausforderung. Dem Autokauf.

 


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