Könnten Sie mir das bitte einpacken? Could you wrap this up for me please?

Amerikaner sind sparsam.

Vielen von Euch ist das vielleicht eine neue Information.

Gelten doch die Amerikaner in der Regel als verschwenderisch.

Als ich jedoch in Amerika gelebt habe, konnte ich jedoch persönlich miterleben wie sparsam die Amis sind.

Besonders deutlich wurde das für mich anhand eines Beispieles, was bei uns nicht so üblich ist.

Could you wrap up this for me please?

Das sagt man im Restaurant zu der Bedienung, wenn man sein bestelltes Essen nicht ganz aufessen kann.

Dann kann man sich das einpacken lassen.

Aber nicht irgendwie schlampig in einer Alufolie, sondern ganz gepflegt in einer Thermobox (Schaumstoff).

Ich war damals von meiner Gastfamilie in einem Restaurant eingeladen und konnte sehen, wie die Amerikaner das machen.

Wenn man sein Essen nicht mehr ganz schafft, dann lässt man das nicht auf dem Teller liegen. Man ruft die Bedienung und sagt: “Could you wrap this up for me please?”

Und das ist ganz selbstverständlich und keiner würde behaupten, das ist jetzt unschicklich oder kleinlich.

Es ist dort ganz normal.

Auch sind in den Amerikanischen Restaurants die Bedienungen so gut geschult, damit der Gast sich wirklich als König fühlt.

Dafür werden aber auch 10% Trinkgeld erwartet. Davon lebt die Bedienung und deshalb ist der Service dort auch so gut.

Leistung – Gegenleistung.

Das Essen kann man dann noch einige Tage aufgeben und dann einfach in einer Mikrowelle erhitzen, die in JEDEM Amerikanischen Haushalt üblich ist.

Dieses Erlebnis  und dieser Brauch ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben.

Die Amerikaner sind oft ganz anders als wir glauben oder als viele meinen.

Da ist sehr viel Wertschätzung für Lebensmittel mit im Spiel. Aber auch, dass alles seinen Preis hat.

Auch, das man das, was man bezahlt hat besitzt und mitnehmen darf. Das Essen gehört dem Gast. Der Teller gehört dem Restaurant.

Das sind kleine Details, aber hier verlaufen ganz klare Grenzen des Eigentums.

Ich will hier jetzt nicht behaupten, dass man in Deutschen Restaurants unfreundlich bedient wird, die Bedienung dafür ein schlechtes oder kein Trinkgeld bekommt.

Ich will ebensowenig behaupten, dass bei uns die Bedienung die Nase rümpft wenn man sein restliches Essen einpacken will und dann mit die ganze Sache schlampig verpackt auf meinen Tisch knallt.

Aber in Amerikanischen Restaurants gelten anscheinend bestimmte Leistungsregeln.

Der Gast ist König.

Die Bedienung versucht sich am bestmöglichen Service.

Die Bedienung erhält dafür 10% der Gesamtrechnung obendrauf als Trinkgeld.

Es ist selbstverständlich, das restliche Essen nicht wegzuwerfen, sondern in einer ordentlichen Box mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Mir hat das gut gefallen.

Man muss jedoch auch ganz klar feststellen:

Wenn Du nicht bereit bist die 10% für die Bedienung locker zu machen, dann brauchst Du nicht in ein Restaurant gehen.

Ich habe selbst schon mal am Trinkgeld geknausert und dafür sehr großen Unmut auf mich gezogen.

Dies ist ein Beispiel für ein ungeschriebenes Gesetz oder Benimmregeln.

So läuft das in den USA.

Ich muss zugeben, bei mir kommt es selten vor, dass ich meinen Teller nicht leer essen kann.

Sollte es jedoch so kommen, dann weiß ich, dass das Gesetz auf meiner Seite ist und ich mein Essen ganz gepflegt einpacken lassen kann.

Jedenfalls in Amerika.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.